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Landaufschwung

Jagdschule Ottersburg

Jagen lernen in historischer Umgebung

Jagdschule Ottersburg in der alten Schmiede des Gutshofs, Quelle: Vivian Rheinheimer

Büchse, Trophäen, Fährten: Diese Begriffe aus dem Jägerlatein gewinnen gerade im nördlichen Sachsen-Anhalt an Bedeutung. Im Landkreis Stendal richtet Gründer Kobe mithilfe von Land(auf)Schwung eine moderne Jagdschule ein. Der Standort Ottersburg könnte kaum besser gewählt sein – und die Jagd ist alles andere als eine verstaubte Marotte einiger Schießwütiger. Am 1. November 2016 war die Gründung der Jagdschule.

Dort, wo heute die Lehreinrichtung entstanden ist, war einst das Rittergut der Familie von Lüderitz. Die Ahnen von Eberhard Kobe bewirtschafteten den Hof nebst Ländereien und Wälder seit vielen Generationen. In der DDR wurde die Familie enteignet und eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) übernahm das ehemalige Rittergut. 1999 konnte Kobe Teile der Hofanlage zurück erwerben. Seitdem saniert er sie nach und nach.

 Seine Idee: Die Gründung der Jagdschule Ottersburg. Der idyllisch in der südlichen Altmark nahe der Colbitz-Letzlinger Heide gelegene Ort eignet sich bestens, um konzentriertes Lernen und angenehmes Wohnen zu verbinden. „Alles unter einem Dach“ und „Alles auf einem Hof“ sind die Devisen des passionierten Jägers Eberhard Kobe. Den Jagdschüler erwartet die denkmalgerecht restaurierte und modern ausgestattete ehemalige Schmiede als Lehr- und Wohngebäude. Mit Unterstützung von „Land(auf)Schwung“ konnte Kobe das Gebäude so vor dem Verfall retten und damit innerörtlichen Leerstand beseitigen.

Im Jagdsaal wird in den altehrwürdigen Gemäuern neueste Konferenztechnik installiert. Cafeteria und Kaminzimmer schließen sich über mächtige Türbögen direkt an den Saal an. Zahlreiche Präparate, Trophäen und andere Anschauungsmaterialien runden die Ausstattung ab. An den weitläufigen Schmiede-Garten schließt sich ein Wäldchen an, der künftige Lehrpfad. Schießübungen finden unter anderem in der modernen und digitalen Schießkino-Anlage statt.

Und an den Innenwänden des Gemäuers hängt eine technische Innovation. Mithilfe von „Land(auf)Schwung“ wurde in dem denkmalgeschützten Objekt ein energieeffizientes System zur Raumklimatisierung durch die Hippokrates GmbH eingebaut. Die Jagdschule ist damit deutschlandweites Demonstrationsprojekt. Laut Hippokrates-Geschäftsführer Martin von Gehren aus dem altmärkischen Birkholz besteht die Heizung aus der Kombination eines diffusionsoffenen Innendämmputzes, einer Kalziumsilikat-Platte, einer Kapillarrohrmatte und einem speziell entwickelten Lehmputzes. Das neuartige System kann bei Neu- und Altbauten an der Decke, den Wänden und im Fußboden eingebaut werden.

Jagdschulen-Betreiber Eberhard Kobe bietet in Zukunft mehrere Lehrgänge pro Jahr an. Die entstandene Anlage ist nicht nur nachhaltig, sondern belässt die Wertschöpfung in der Region. Die Jagd hatte in der ländlich geprägten und mit vielen Wiesen und Wäldern bestückten Altmark schon immer eine wichtige Bedeutung. Nun sind kommende Jäger aus Nah und Fern eingeladen, die Region zu entdecken und sich in einer besonderen Umgebung auf die Jagdscheinprüfung vorzubereiten.

Internet: www.jagdschule-ottersburg.de

Drei Fragen an…

…den Gründer der Jagdschule Ottersburg, Eberhard Kobe

Wie kamen Sie auf die Idee zum Projekt?

Eberhard Kobe: Der Ottersburger Gutshof drängt sich mit seinen großen Gebäuden geradezu auf, um dort Lernen und Leben zu verbinden. Die Altmark ist eine wildreiche Region, die Jagd hat hier große Tradition, denken wir etwa an das Jagdschloss Letzlingen. Es gibt kompetente regionale Ausbilder und Lehrer und die überregionale Nachfrage nach Jagdscheinvorbereitungskursen mit Unterkunftsmöglichkeit ist gegeben. Das Projekt nahm ab 2014 Gestalt an, als vier erfolgreiche Geschäftsleute mich bei der Erarbeitung eines Konzeptes unterstützten.

Was wird sich durch das Projekt für Sie persönlich verändern?

Kobe: Das Projekt setzt ungeahnte Energien frei. Mit der Gründung der Jagdschule Ottersburg habe ich den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. Die Zukunft meiner Familie und des Hofes sind eng mit der Geschäftsentwicklung der Jagdschule verknüpft.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Projektes?

Kobe: Die Zukunft des Projektes ist insbesondere davon abhängig, wie viele Jagdschein-Prüfungen im Landkreis Stendal und den angrenzenden Kreisen abgehalten werden. Ausbildung und Prüfung müssen direkt aufeinander folgen. Darin mag auch Potential für die Kreisjägerschaften liegen.

12.12.2016

© Sibylle Paetow E-Mail

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