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Landaufschwung

Gutshaus Wittenmoor

Das Schokoladenschloss in der Altmark

Gutshaus Wittenmoor

Wann das Vorhaben genau fertig ist? Die Antwort auf diese Frage fällt Olaf Stehwien sehr schwer. Das ist auch nicht verwunderlich. Hat sich doch der Unternehmer aus Tangermünde ein sehr großes Projekt vorgenommen. Er will nicht weniger als die riesige Gutsanlage in Wittenmoor nahe Stendal restaurieren – und sie damit retten und zukünftig gewerblich nutzen. Das denkmalgeschützte Anwesen war einst ein herrschaftliches Rittergut. Seit den 1990er Jahren verfiel es mehr und mehr.

Olaf Stehwien und das Gut kennen sich schon lange. Bereits als Kind hat er zusammen mit seiner Familie eine Zeitlang im alten Schlossteil gelebt. „Ich verbinde mit dem Rittergut, dem Park und dem See viele glückliche Erinnerungen und habe diesen Ort nie vergessen“, erzählt er. Immer einmal wieder fuhr er vorbei und musste den zunehmenden Verfall mit ansehen. „Im November 2017 habe ich mir ein Herz gefasst und den Besitzer des Gutes, einen bayerischen Investor, angeschrieben.“ Bereits beim ersten Gespräch seien sie sich einig gewesen und besiegelten den Kauf per Handschlag.

Aus dem Gut ist eine Baustelle geworden

Das ist nun ein Jahr her. Und etwas mulmig war Olaf Stehwien danach doch zu Mute. Der Geschäftsmann ist zwar große Projekte, Organisation und Engagement gewohnt. Immerhin produziert er in seiner Fabrik am Rande von Tangermünde unter anderem die bereits aus DDR-Zeiten bekannte „Tangermünder Nährstange“. Aber es ist doch ein Unterschied, eine Produktionshalle auf die grüne Wiese zu bauen oder eine riesige Denkmalruine zu sanieren. „Ich hatte ehrlich gesagt am Anfang meine Bedenken.“

Mittlerweile haben sich diese Bedenken zerstreut. Aus dem Gut ist eine emsige Baustelle geworden. Olaf Stehwien konnte eine Reihe Unterstützer gewinnen. So fördert das Bundesprogramm Land(auf)Schwung das Vorhaben. Außerdem hat der Tangermünder mit einer Geschäftspartnerin aus München eine Unternehmerin an seiner Seite, die zusammen mit Stehwien mit der Gutsanlage so einiges vorhat. Das Areal soll nämlich in Zukunft Firmensitz, Verpackungslager und Kulturort werden. Und dabei wird sich vieles um die Schokolade drehen.

Bevor es damit losgeht, wird noch kräftig gebaut. Die vielen notwendigen Maßnahmen aus Haus und Hof lassen sich kaum alle aufzählen. Neue Anschlüsse für Strom, Wasser und Gas müssen gelegt werden. Eine Sanierung der Fenster steht an, genauso wie die aller Böden, Decken und Wände. Das Herrenhaus muss außerdem eine Brandmeldeanlage erhalten. Das Wichtigste ist allerdings die Beseitigung des Hausschwammes, der mittlerweile an vielen Stellen, wie etwa im Dach und Teilen des Treppenhauses, wütet.

Es entstehen Seminarräume und Platz für Veranstaltungen

Wenn alle Arbeiten am großen Haupthaus beendet sind, möchte Olaf Stehwien auch noch die Nebengebäude instand setzen. Aus dem ehemaligen Werkstattgebäude soll zukünftig das Lager für Verpackungen der Konditorei Stehwien werden und bereits im November 2018 in Betrieb gehen. Im Gutshaus entstehen Büroräume sowie ein Veranstaltungsbereich. Außerdem Räume für Seminare und Treffen mit Kunden. Die Veranstaltungs-Säle können in Zukunft auch von Externen gemietet werden.

Kurzum: In das über viele Jahre dahin dämmernde Areal zieht wieder Leben ein. Haus und Park sollen in Zukunft allen offen stehen. „Ein Nachfahre der ursprünglichen Eigentümerfamilie schrieb mir, dass das Rittergut eine gute Aura hat“, sagt Olaf Stehwien zum Schluss. „Das kann ich nur bestätigen.“

30.09.2018

© Björn Gäde E-Mail

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