Flugplatz Stendal-Borstel

Fit für die nächste Weltmeisterschaft

Es gibt mehr als 7.000 Stück in Deutschland, sie dürfen maximal 850 Kilogramm wiegen und gleiten ohne Motor aus einem Kilometer Höhe bis zu 70 Kilometer weit. Die Rede ist von Segelflugzeugen. Im Jahr 2020 tragen die Segelflieger in der Altmark ihre Weltmeisterschaft aus. Dazu treffen sie sich auf dem Flugplatz Stendal-Borstel. Der Verkehrslandeplatz gleich neben der größten Stadt der Altmark ist neben dem herkömmlichen Flugbetrieb bekannt für seine überregionalen Veranstaltungen. Nun können mithilfe des Bundesmodellvorhabens Land(auf)Schwung die die digitalen Bedingungen für Gäste, Flieger und Passagiere weiter verbessert werden.

Fördermittel für freies Netz

Die Geschichte des Platzes reicht bis ins das Jahr 1934 zurück und ist vor allem militärisch geprägt. Damals gab es erste Überlegungen, ein Feld zum Starten und Landen von Flugzeugen zu errichten – anfänglich für die Ausbildung von Fallschirmjägern. Im Dritten Reich wurde der Platz auch von Jagdgeschwadern genutzt und nach 1945 übernahm die Sowjetische Armee das Gelände. Die zivile Nutzung begann ab 1992. Durch die Gründung des AERO-Clubs konnte der Flugplatz nicht nur gerettet und in die heutige Zeit überführt werden. Hinzu kamen ständige Modernisierungen und Weiterentwicklungen der Anlage.

So profitieren heute Geschäftsleute, Rettungsflieger, Privatpersonen, Flugschulen, aber auch die Bundeswehr sowie die Polizei vom Flugplatz. Mittlerweile betreibt eine GmbH das Areal, das sich zu einem wichtigen Infrastrukturprojekt im Norden von Sachsen-Anhalt entwickelt hat. Die aktuellste Neuerung ist die Bereitstellung von flächendeckendem WLAN auf dem gesamten Flugplatzgelände. „Das Projekt soll die Versorgung mit kostenlosem WLAN für Sportler und Gäste während unserer Veranstaltungen ermöglichen“, sagt der Geschäftsführer des Flugplatzes, Matthias Jahn. Derzeit liege ein Kabel der Telekom an, dessen Leistung nun auf dem kompletten Gelände vollständig ausgenutzt werden soll.

Das Flugplatz-Areal ist über Erdkabel und einer Freileitung an das Telefonnetz angeschlossen. Aufgrund der Entfernung zum Verteilerkasten steht allerdings lediglich eine Leistung von 25 Mbit/s bereit. Mithilfe der Fördermittel werden nun insgesamt sieben Netze installiert, die den gesamten etwa 125 Hektar großen Platz mit WLAN abdecken sollen. Die Baumaßnahmen dazu wurden Ende Juni 2019 abgeschlossen. Gerade noch rechtzeitig, bevor dann im Juli die Deutschen Meisterschaften im Segelflug in Stendal-Borstel über die Bühne ging. Die Veranstaltung war die Generalprobe für das große Event im Jahr 2020 – die Segelflugweltmeisterschaft.

WLAN ist Grundbedürfnis geworden

Mit der Installation der WLAN-Netze wird nicht nur die Altmark wieder ein Stückchen digitaler. Es verbessern sich auch die Bedingungen für die nationalen und internationalen Teilnehmer und Gäste der geplanten Großveranstaltungen. Gästeumfragen in den vergangenen fünf Jahren haben ergeben, dass die Bereitstellung eines Internetzugangs über WLAN eine entscheidende Größe ist. „Die ständige Verfügbarkeit von kostenlosem Breitband-Internetzugang im öffentlichen Raum wird inzwischen als Grundbedürfnis unserer Gesellschaft wahrgenommen“, sagt Geschäftsführer Jahn. Da befindet sich der Flugplatz in der Altmark auf dem richtigen Weg.

Der Flugplatz Stendal-Borstel im Internet: https://www.edov.de

Hangar Stendal ©Björn GädeHangar Stendal ©Björn Gäde
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