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Landaufschwung

AAL-Musterwohnung

Die altersgerechte Wohnung auf dem Land

AAL-Beratungsgespräch (Quelle: DRK KV Stendal)

Mithilfe des Bundesmodellvorhabens Land(auf)Schwung entwickelt der Kreisverband Östliche Altmark des Deutschen Roten Kreuzes ein Versorgungsnetzwerk für ein selbstbestimmtes Leben im Alter. Schon jetzt sind die Menschen im Landkreis Stendal durchschnittlich älter als 50 Jahre. Viele junge Einwohner haben der Region den Rücken gekehrt. Es geht in Zukunft darum, wie die immer mehr werdenden älteren Menschen so eigenständig wie möglich leben können. Das DRK will dafür auf neue Konzepte setzen und die Vorteile der Digitalisierung nutzen. Damit kann der Verbleib in der eigenen Häuslichkeit so lange wie möglich aufrechterhalten werden. In einem ersten Schritt soll dazu eine für jeden zugängliche Musterwohnung in Stendal entstehen. Interessenten können sich darin ein Bild der zahlreichen Möglichkeiten vom sogenannten „Ambient Assisted Living“, kurz AAL, machen.

 „Wir möchten mit unserem Projekt die Versorgung von Senioren und Hilfebedürftigen, einschließlich medizinischer und pflegerische Aspekte, über die digitale Hilfe - und Unterstützungssysteme – sowie Netzwerke stärken“, sagt eine der Projektleiterinnen, Ute Friedrichsdorf. Damit könne der Verbleib in der eigenen Häuslichkeit so lange wie möglich aufrechterhalten werden. In einem ersten Schritt soll eine für jeden zugängliche Musterwohnung in Stendal entstehen. Interessenten können sich darin ein Bild der zahlreichen Möglichkeiten vom sogenannten „Ambient Assisted Living“, kurz AAL, machen.

AAL steht für altersgerechte Assistenz-Systeme, die ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen sollen. Dazu gehören etwa spezielle Dienstleistungen, Produkte und Technologien. Neben dem AAL-System werde die Wohnung zusätzlich mit Alltagshilfen, wie etwa speziellem Besteck und Geschirr, Greifhilfen, Toilettenhilfe und Haltegriffen ausgestattet, erklärt Ute Friedrichsdorf. In dieser Musterwohnung können auch Schulungen stattfinden, für alle die künftig im AAL-Bereich zu tun haben werden. Das können Angehörige oder Handwerker sein, aber auch Pflegekräfte und Ärzte.

In einem zweiten Schritt wollen die Projektverantwortlichen in bereits bewohnten Wohnungen des Deutschen Roten Kreuzes ein AAL-Versorgungsnetzwerk aufbauen. „Es geht uns dabei darum, das System zu erproben und so zu gestalten, dass es auf zahlreiche andere Unterkünfte erweitert werden kann“, sagt Friedrichsdorf. Die Ausrüstung aller Wohnungen übernimmt ein darauf spezialisierter Partner. Auch andere Wohnungsanbieter der Region werden animiert, die vermieteten vier Wände mit dem AAL-System auszustatten. „So könnte ein ganzes Netzwerk entstehen.“

Modernes altersgerechtes Wohnen würde immer stärker nachgefragt, sagt die Projektleiterin. Schließlich gehe es dabei um die Daseinsvorsorge im ländlichen Raum.

Drei Fragen an…

…eine der Projektleiterinnen, Ute Friedrichsdorf

 Wie kam es zur Idee zum Projekt?

Ute Friedrichsdorf: Die Idee zu unserem Projekt kam uns durch unsere Arbeit. Seit Mai 2015 arbeiten Ulrike Walkowiak und ich als Quartiersmanager für das DRK in Stendal. Mit unserer Arbeit verfolgen wir verschiedene Ziele, die es den Senioren ermöglichen sollen, länger in den eigenen vier Wänden zu leben. Durch unsere Arbeit sind wir natürlich auch mit dem Thema „seniorengerechter Wohnraum“ in Berührung gekommen. Und wir haben festgestellt, dass  altersgerechte Assistenzsysteme (AAL Systeme) in der Bevölkerung kaum oder gar nicht bekannt sind.

Wofür genau steht AAL?

Friedrichsdorf: Ambient Assisted Living steht für Konzepte, Produkte und Dienstleistungen, die neue Technologien in den Alltag einführen um die Lebensqualität für Menschen in allen Lebensphasen, vor allem im Alter, zu erhöhen. Die deutsche Bevölkerung wird in den nächsten Jahrzehnten zunehmend älter. Zudem bleiben ältere Menschen immer länger geistig und körperlich fit und stellen höhere Ansprüche an ihren Lebensabend. Hieraus ergibt sich ein steigender Bedarf an Orientierungs-, Unterstützungs- und Hilfsangeboten für ältere Menschen. Einen möglichen Ausweg bieten technische Systeme, die aufgrund des technologischen Fortschritts der letzten Jahre zunehmend in der Lage sind Alltagstätigkeiten zu erleichtern oder zu übernehmen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Projektes?

Friedrichsdorf: Wir wünschen uns, dass der  Hilfsmittelkatalog der Pflegekassen bezüglich der Assistenzsysteme erweitert wird. Denn ein Grund für die mangelnde Durchsetzung bereits  vorhandener Technologien ist die fehlende Finanzierung.

 

19.04.2017

© Björn Gäde E-Mail

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